Rheinromantik
 
Es ziehet sich das Gebürg zu beyden seiten des Rheins/
so von den Alten der Lurleberg ist genannt worden/
in welchem Gebürg auch ein sonderbar lustig Echo, oder Widerschall/
sich befindet; Ebenso an einem Orth ein zwirbel im Rhein/
von welchen beden vielleicht dieser Widerschall herrühret/
als wann daselbst der Rhein heimbliche Gäng under der Erden hätte.


(Zeiller/Merian, "Topographia Palatinatus Rheni", 1645)
Anm: Hierzu existiert eine Merian zugeschriebene Radierung
aus der Mitte des 17.Jhd.
Dieser Lurleyberg gibt einen natürlichen starken Widerhall welcher allerley Ton /
Stimm und Wort / nicht allein hell und klar /
sondern auch unterschiedlich vermehrter wieder gibt und zurück schickt /
dahero die Schiffleute und fürüber Reisende mit Trompeten /
Schiessen und Schreyen viele Kurzweil verüben.


(Johann J. Winckelmann, "Lurleyberg", 1697)
 
Zu Bacharach am Rheine
Wohnt eine Zauberin,
Sie war so schön und feine
Und riß viel Herzen hin.

Und brachte viel zu schanden
Der Männer rings umher,
Aus ihren Liebesbanden
War keine Rettung mehr.

...Wer hat dies Lied gesungen?
Ein Schiffer auf dem Rhein,
Und immer hat's geklungehn
Von dem drei Ritterstein:

Lore Lay
Lore Lay
Lore Lay

(Clemens Brentano, "Zu Bacharach am Rheine", 1800)
 
Frau Lureley ist eine Tochter der Phantasie, welches eine berühmte Eigenschaft ist, die bei der Erschaffung der Welt mitarbeitete und das allerbeste dabei tat; als sie unter der Arbeit ein schönes Lied sang, hörte sie es immer wiederholen und fand endlich den Widerhall, einen schönen Jüngling, in einem Felsen sitzen, mit dem sie sich verheiratete und mit ihm die Frau Lureley zeugte; sie hatte auch viele andere Kinder, zum Beispiel: die Echo, den Akkord, den Reim, deren Nachkommen sich noch auf der Welt herumtreiben. Doch das wird euch Frau Lureley selbst erzählen, und zwar siebenmal, wenn ihr sie darum fragt.

(Clemens Brentano, "Rheinmärchen", 1810/11)
 
Es ist schon spät, es ist schon kalt,
Was reit`st du einsam durch den Wald?
Der Wald ist groß, du bist allein,
Du schöne Braut, ich führ' dich heim!

"Groß ist der Männer Trug und List,
Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,
Wohl irrt das Waldhorn her und hin,
O flieh, Du weißt nicht wer ich bin!"

So reich geschmückt ist Roß und Weib,
So wunderschön der junge Leib,
Jetzt kenn' ich dich - Gott steh mir bei!
Du bist die Hexe Lorelay.

"Du kennst mich wohl - vom hohen Stein
Schaut still mein Schloß in tiefen Rhein;
Es ist schon spät, es wird schon kalt,
Kimmst nimmermehr aus diesem Wald!"


(Joseph von Eichendorff, "Waldgespräch", um 1812)
 
Da wo der Monschein blitzet
Um's höchste Felsgestein,
Das Zauberfräulein sitzet,
Und schauet auf den Rhein.

Es schauet herüber, hinüber,
Es schauet hinab, hinauf,
Die Schifflein ziehn vorüber,
Lieb' Knabe, sieh' nicht hinauf!

Sie singt dir hold zu Ohre,
Sie blickt dich thöricht an,
Sie ist die schöne Lore,
Sie hat dir's angethan.

Sie schaut wohl nach dem Rheine,
Als schaute sie nach dir,
Glaub's nicht dass sie dich meine,
Sieh' nicht, Horch nicht nach ihr!

So blickt sie wohl nach allen
Mit ihrer Äuglein Glanz,
lässt her die Locken wallen
Unter dem Perlenkranz.

Doch wogt in ihrem Blicke
Nur blauer Wellen Spiel,
Drum scheu die Wassertücke,
Denn Flut bleibt falsch und kühl.

(O.H. Graf von Loeben, "Der Lurleyfels", 1821)
 
Ich weiß nicht was soll es bedeuten, ...

(Heinrich Heine, "Ich weiß nicht was soll es bedeuten", 1823)

Anm: Als Illustration eignet sich der Holzschnitt von Ludwig Richter
in Kombination mit der Vertonung von Friedrich Silcher
aus dem Buch "Alte und neue Studentenlieder", 1844)
 

Tourist-Information der Loreleystadt
Bahnhofstraße 8, D-56346 St.Goarshausen
Tel. 0 67 71 - 9 10-0 / Fax 0 67 71 - 9 10-15
E-Mail: info@loreley-touristik.de
 

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